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pressestimmen

01.05.2004
was werden:

Im Profil Sebastian Jung Lange wusste ich nicht, was ich will Spaß geht vor! Spaß geht vor! Mit Freunden losziehen, Handball spielen, skaten gehen – für Sebastian Jung kommt das an erster Stelle. Schule? Nicht so wichtig. Berufliche Ziele? Unklar. Doch als Sebastian nach der Hauptschule ein Berufsgrundbildungsjahr macht und sich für ein Praktikum bei der Firma „muhl audio“ bewirbt, wird alles anders. Im Praktikumsbetrieb fühlt er sich vom ersten Tag an wohl und findet seinen Traumberuf: Fachkraft für Veranstaltungstechnik. Da ist Sebastian 17. Heute, mit 19 Jahren, ist für ihn die Berufsausbildung am allerwichtigsten. „Aber auch die“, sagt er, „macht Spaß!“ Meine Erinnerungen an die Schule: Ich kam mit allen gut klar. Nur mit den Lehrern gab‘s Stress: Ich konnte mich einfach nicht benehmen, musste jeden veräppeln. Heute denke ich: Ich hätte mehr draus machen können! Wäre ich nicht so faul gewesen, hätte ich bestimmt den Realschulabschluss geschafft. Mein Traumberuf: Lange Zeit wusste ich nicht, was ich wollte. Vielleicht Koch? Aber Schülerbetriebspraktikum merkte ich: Das macht mir keinen Spaß. Auch ein Gespräch mit dem Berufsberater half mir nicht weiter. war nicht klar, wonach ich suchen sollte. Weil ich mich auch für Tontechnik interessiere, bewarb ich mich während des Berufsgrundbildungsjahres für ein Praktikum bei einem Betrieb, der bei Veranstaltungen für die Ton-, Licht- und Bühnentechnik sorgt. Die Arbeit bei „muhl audio“ gefiel mir sofort. Ich hatte meinen Traumberuf gefunden. Der Chef bot mir sogar einen Ausbildungsplatz an. Doch es gab ein Problem: Wegen der oft späten Arbeitszeiten stellt die Firma nur volljährige Azubis ein. Und ich war erst 17. Um das eine Jahr nicht nutzlos zu vertun, jobbte ich solange bei „muhl audio“. So hatte ich schon als neuer Azubi viel Erfahrung gesammelt. So habe ich herausgefunden, was mir am besten liegt: Durch Praktikum und Jobben – und durch das Lob von Kollegen und Künstlern. Als mich eines Tages ein HipHop-Musiker, von dem ich selbst CDs habe, nach einem Konzert für meine Lichtshow lobte, war das unheimlich motivierend. Ich dachte: Das mach ich! Hier will ich weiterkommen! Weiter zu jobben hätte mir nichts gebracht. Ich wollte auf die Berufsschule und mehr lernen, wollte eine Ausbildung machen, auf der ich aufbauen kann und mit der ich später viele Möglichkeiten habe – zum Beispiel in einem Theater, einem Kongresszentrum oder auf einem Kreuzfahrtschiff zu arbeiten. Erfolgreich sein heißt für mich, ... ... eine Arbeit zu machen, die mir Spaß macht. Nur wenn ich Spaß habe, kann ich erfolgreich sein. Was das für mich heißt? Zum Beispiel mit einer Band wie den „Ärzten“ oder „Motörhead“ auf Tournee zu gehen. Jeden Tag woanders sein, Spaß und Zoff miteinander haben – für ein halbes oder ein ganzes Jahr: Das würde mich reizen! Für manche Ziele braucht man einen langen Atem: Sebastian mit 14 Darauf habe ich privat verzichtet: Handball spielen, mit Freunden weggehen, Klarinette spielen: Für meine Hobbys habe ich kaum noch Zeit. Weil ich oft abends und am Wochenende unterwegs bin – und auf keine Veranstaltung verzichten will, bei der ich als Azubi dabei sein kann. Meine Freunde finden‘s nicht gut, dass ich nur wenig Zeit habe. Meine Freundin hat sich deshalb von mir getrennt. Wenn ich mich für etwas entschieden habe, dann gibt’s für mich nur noch das. So bin ich halt. Dieses Ziel will ich erreichen: Meine Ausbildung beenden! Mit einem guten Notendurchschnitt könnte ich danach sogar eine Fachhochschule besuchen und mein Abitur in Angriff nehmen – und am Wochenende als Fachkraft für Veranstaltungstechnik jobben. Wer weiß!?

05.07.2004
mainzer allgemeine zeitung:

Eigene Arbeit mit Freude in die Luft gejagt Pyrotechnische Präzisionsarbeit: 4000 Schuss in gut zehn Minuten sorgen für "Feuerzauber" Auf Höhe von Niederheimbach passierte die imposante Feuerzauber-Flotte das erste von vielen fantastischen Feuerwerken entlang der Strecke. Mäuseturm im Feuerzauber: Das Binger Wahrzeichen wurde von den Pyrotechnikern in ein Meer von Lichtern und Farben getaucht. Fotos: Edgar Daudistel Vom 05.07.2004 BINGEN Die Funker geben das Signal zum Zünden. In den nächsten Minuten zeigt sich, ob die tagelange Vorarbeit und die Abstimmung auf die Musik funktionieren. Novum beim "Rhein im Feuerzauber": Erstmals wurde ein Feuerwerk von einer Fähre in der Mitte des Flusses mit synchroner Musikbegleitung abgeschossen. Feuerwerker ist ein Job zwischen Kunst und technischer Präzision. Von unserer Mitarbeiterin Christine Tscherner Helmut Reuter, 47, spricht sich mit dem Audio-Experten Arnulf Muhl ab. "Wenn das Signal per Funk kommt, dann legt ihr los." Die Stromberger Firma hat eine Lastwagen-Ladung mannshoher Boxen auf der Kaimauer ausgerichtet. 40000 Watt, etwa die Beschallung von vier Großraum-Diskotheken, sollen übers Wasser wummern. "Wind, Wasser und die vielen Schiffsmotoren sind schwierige Punkte", sagt Muhl. Helfer werfen den Dieselmotor für das Stromaggregat an. Der Sound braucht Energie. Auch Pyrotechniker Helmut Reuter trifft ein paar Minuten vor seinem Einsatz letzte Vorbereitungen: Taschenlampe an die Stirn klemmen, den Zündplan in Gedanken noch einmal durchspielen. Okay. Mit kritischem Kennerblick beurteilt er die Arbeit der Kollegen am Rüdesheimer Panoramaweg. Regenbogen-Fächer und Crossette-Rohre stehen als vergängliche Luftbilder am Himmel. "Bilder", so nennen die Feuerwerker die violetten, roten, grünen und goldenen Sterne, die aus dicken Rohren bis zu 200 Meter hoch in die Luft geschossen werden. Wie sich im Zeitraffer öffnende Blumen, wie Palmen, wie Herzen sehen die in den Nachthimmel gejagten Glühfunken aus. Pyrotechniker Helmut Reuter hat mit seinen 17 Kollegen fast drei Tonnen Feuerwerksbomben an sieben Stellen im Mittelrheintal verteilt. Ein ganzer Tag Arbeit steckt in der Zusammenstellung der Bilder für das Finalfeuerwerk zwischen Bingen und Rüdesheim. "Aber am aufwändigsten sind die Vorbereitungsgespräche und der Sicherheitscheck vor Ort", sagt Reuter. Sind alle Dachluken und Fenster der Burg Klopp geschlossen, wenn bengalische Lichter und Funkenregen Hof und Turm in mystisches Licht hüllen? Wie weit sind Tankstellen entfernt? Welchen Abstand muss die Schiffsflotte zur Feuerwerksfähre wahren? "Steffes-Olig" heißt die Firma aus dem Kreis Cochem-Zell, die auf der linksrheinischen Seite hinter dem 27. Rhein im Feuerzauber steht. Helmuts Kollegen haben sich in Trechtingshausen, auf der Burg Klopp und auf der Fähre postiert. Eine zweite Firma hat die vier Feuerwerke bei Assmannshausen, der Ruine Ehrenfels und am Panoramaweg übernommen. Per Funk steht Helmut mit seinem Bruder an Bord des Schiffskonvois in Kontakt. Auch seine Frau und sein Sohn ("Mein größter Kritiker!") warten an Bord gespannt auf Helmuts Finale. Auf die Sekunde genau hat sich der Pyrotechniker die Abschuss-Zeiten passend zur Musiksequenz notiert. Per Kopfdruck zündet er. Mit Donnerschlägen aus den Lautsprechern schießen bunte Sternenblumen in den nachtschwarzen Himmel. Zum fetzigen "Rainin´ Men" hat Helmut eine schnelle Folge von Verwandlungsbomben installiert. Ein Rausch aus Goldregen funkelt am Abendhimmel bei den letzten Tönen von "One moment in time." Genau zehn Minuten und 22 Sekunden hat Helmuts Musik-Feuerwerk gedauert - 4000 Schuss allein für dieses Finale. Er lächelt zufrieden, klappt Steuerpult und Funkantenne zusammen. Am Dienstag muss er sich mit seinem Team bei der Feuerwerks-Weltmeisterschaft in San Remo messen, am Freitag hat er einen Auftrag Nahe Ravenna an der italienischen Adria-Küste. Italien ist für Feuerwerker das Eldorado. "Die Italiener sehen Feuerwerker als Künstler, die frenetisch gefeiert werden." Kein Vergleich sei dazu der Applaus und die Jubelrufe der 20000 Zuschauer auf den Schiffen und von den ungezählten Zaungästen. Die Beschaller bekommen erste positive Rückmeldungen per Handy. "Am Adlerturm in Rüdesheim hat´s super reingeknallt." Arnulf Muhl bleibt dennoch skeptisch. "Vielleicht können wir auch Boxen an der Rheinpromenade installieren, um die Stadt zu beschallen", denkt er schon an den nächsten Feuerzauber.

05.01.2002
mainzer allgemeine zeitung:

Die wahren Zauberer der Töne Mit ein paar Verstärkern und Boxen in die Selbständigkeit / Referenzenliste wächst stetig Vom 05.01.2002 ct. WEILER – Sie arbeiten, wenn andere ihre Freizeit genießen. Sie sind die Jungs an den Reglern und Knöpfen, die wahren Zauberer der Töne - Veranstaltungstechniker. Für viele Jugendliche ist der neue Lehrberuf ein Traum. „Die meisten haben falsche Vorstellungen“, sagt einer, der es wissen muss: Der Binger Arnulf Muhl hat sich vor acht Jahren mit ein paar Verstärkern, Mischpult, Boxen und vier Lampen selbstständig gemacht. Heute stehen tausend Fernsehsendungen von Stefan Raab bis Harald Schmidt und Konzerte von Alanis Morisette bis Udo Jürgens auf der Referenzenliste von Muhl Audio. Von unserer Mitarbeiterin Christine Tscherner „Demnächst bin ich mit Wolf Mahn drei Wochen auf Tournee, das ist wie Urlaub.“ Arnulf Muhl vertauscht auch als Chef einer international gefragten Firma liebend gern den Schreibtisch mit dem Mischpult. „Ich bin kein Büro-Typ“, sagt der 35-Jährige. Musik ist sein Leben. Als Gymnasiast spielte der Binger Keyboard, sogar in einer Band - nur leider mäßig erfolgreich. Die erste Schallplatte floppte, die Band zerfiel. Arnulf Muhl machte eine Ausbildung zum musikalischen Fachhändler. Nebenbei betreute er im Binger Jugendzentrum die Konzerte, kümmerte sich um die technische Ausstattung. Seine Künstler-Betreuung kam gut an. „Die Musiker auf der Bühne müssen spüren, dass wir ihnen zur Seite stehen.“ Sein Credo hat sich nicht geändert. Auch wenn aus der ehrenamtlichen JUZ-Arbeit ein Beruf wurde. Arnulf Muhl wagte mit einer Anlage für knapp 30000 Mark den Schritt auf den Markt der Veranstaltungstechnik. Heute beträgt das Anlage-Vermögen seiner Firma rund eine halbe Million Mark. Eine ganze Halle voller wattstarker Boxen, Skybeamer und Scanner, Dimmer, Lichtpulte für die Steuerung, zahllose Stecker, Kabel und Monitore sind für Muhl Audio im Einsatz. Die Mund-zu-Mund-Propaganda unter Künstlern half enorm. „Unser großes Plus sind die Wurzeln im Rock´n´Roll. Wer selbst Musik gemacht hat, der weiß wie man Künstler betreut.“ 1994 zog der Binger mit seinen Mischpulten und Boxen in die Stromberger Straße nach Weiler. Längst ist er nicht mehr nur deutschlandweit gefragt, sondern hat in der Türkei, der Schweiz, Österreich, den Benelux-Ländern und Spanien Töne und Licht geregelt. Wahre „Personalschlachten“ sind Großveranstaltungen wie „Bingen swingt“. Sechs Bühnen müssen in seiner Heimatstadt aufgebaut und drei Tage lang betreut werden. Rund tausend Produktionen im Jahr stehen in Arnulf Muhls Terminkalender: die Regional-Konferenz des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten ebenso wie Diskussionsrunden in Gemeindesälen, die Helmut Zerlett-Band geradeso wie Heino. Hauptsache Ton und Licht stimmen. Wenn das Thema passt, arbeitet Arnulf Muhl sogar zum Selbstkosten-Preis - wie jüngst beim „Konzert gegen rechts“ in Ingelheim oder beim Binger Open Air. „Ich möchte Initiativen unterstützen, deren Gedanke mir persönlich wichtig ist“, unterstreicht der Vater von drei Kindern. Das größte Problem sind neue Mitarbeiter für das boomende Veranstaltungsgeschäft. Drei junge Männer haben ihre Lehre abgebrochen. „Sie sehen nur den coolen Typ am Mischpult und nicht die Knochenarbeit davor und danach.“


the jazz pages: 10.10.2005

„Nighthawks“ in Klein-Winternheim, 8. Oktober 2005 In der nüchternen Atmosphäre der ausgeräumten Autowerkstatt schälen sich aus dem schwebenden Soundteppich vorgefertigter Elektronik ein paar verschmierte Gitarrenakkorde, eine kurze Bassfigur sowie die sanfte Trommelarbeit auf den Fellen des Schlagzeugs. Dann bricht mit brachialer Gewalt der Grundrhythmus von Bass und Drums über die eher pastellöse Klanglandschaft herein und raut den Lounge-Jazz energetisch auf. Die gestopfte Trompete legt wie ein einsamer Rufer ihre Melodielinien und weit geschwungenen Spannungsbögen über das durchlaufende Rhythmusgeflecht. Die „Nighthawks“ haben Fahrt aufgenommen und lassen trotz der Eintönigkeit des Beats kaum Langeweile aufkommen. Die Gruppe um das Duo Dal Martino (alias Volker Vaessen, E-Bass) und Reiner Winterschladen (Trompete, Flügelhorn) stehen für jene Musik, die gegenwärtig unter dem schwer zu definierenden Begriff NuJazz firmiert, eine hart groovende und zugleich melodiöse Mixtur aus Jazz und Rock, Punk und Funk, House und Drum& Bass, Detroit-Techno und Disco sowie technisch aus vorgefertigten Versatzstücken, eingespielten Samples und Live-Improvisationen. Im Garagenkonzert der Klein-Winternheimer Kulturinitiative legen Oliver Jäger und Jürgen Dahmen mit Keyboards sowie Fender-Rhodes eine flächige Soundbasis, in der Thomas Alkier seinen zumeist durchlaufenden Rhythmus trommelt und in manchen Stücken eine kurze Double-Time-Phrase einschiebt, die die Stücke eine Weile energisch vorantreibt bevor sie wieder ins gewohnte Tempo zurückfallen. Gitarrist Markus Winstroer leistet Akkordarbeit auf den Saiten, oftmals im Geschwindigkeitsrausch mit rasenden Glissandoläufen, manchmal psychedelisch mit Pink-Floyd-Assoziationen, dann wieder jazzig perlend in der Tradition der coolen Jazz-Gitarristen. Tonangebend ist in all diesen Soundgewittern Reiner Winterschladen, der mit der Trompete schneidend artikuliert wie in „Motorcycle“, oder mit dem gestopften Instrument sehnsuchtsvoll haucht wie in „Jetlag“, wo er den warmen und runden Ton des Flügelhorns auskostet. Hier bläst Winterschladen transparent in den Mittellagen, in „Norways treibt er die gepresste Stimme seines Instruments ohne Mühe bis in die High-Notes, bevor das Stück flirrend ausklingt. Er ist es, der den Stücken mal den melancholischen, dann wieder den erfrischenden Charakter verleiht – mit seinen Erfahrungen aus dem freien Jazz und der neuen Musik sowie aus Fusion und Rock - in einer Bandbreite zwischen Miles Davis und Erik Truffaz. Dann steht der 49-jährige Trompeter bei seinen intensiven Ausflügen auf der kleinen Bühne, windet sich und lässt keinen Millimeter zwischen Dämpfer und Mirkophon, während Martino stets relaxed den Bass zupft. Thomas Alkier bekommt seine Chance für ein Drum-Solo, Oli Jäger auf den Keyboards für einen ausgedehnten jazzigen Pianolauf. Ruhige Klanggemälde wechseln mit treibenden Up-Tempo-Stücken. Natürlich darf auch ein Stück aus der erste CD „Citizenwayne“ nicht fehlen: „Manana“ aus der Bronco-Suite, eine Hommage an Ennio Morricone. Die Zuschauer in der kalten, dunklen Halle tanzen nicht nur, um sich zu erwärmen. Es fällt schwer, bei dieser dancefloor-geeigneten Jazzvariante die Füße still zu halten. Das Generationen übergreifende Publikum in der Halle kann an diesem Abend nachvollziehen, dass die Nighthawks im April dieses Jahrs den Jazz-Award für mehr als 10 000 verkaufte Exemplare ihrer CD „Metro Bar“ in Empfang nehmen durften. Text & Photographie Klaus Muempfer, Oktober 2005

28.04.2005
musicheadquarter:

Wolf Maahn Solo-Tour 2005 28.04.2005 Gloria Theater / Köln Von: Thomas Kröll Das Kölner Gloria ist wirklich schnuckelig. Klein und gemütlich. Versprüht noch so etwas wie den heimeligen Charme der späten Siebziger. Genau die richtige Location für ein Wolf Maahn-Konzert. Es wird an diesem Abend dann auch fast zu einem „Familientreffen“. JJ und Sarah von Rock`n`Roll-Musik sind da (und helfen mir dankenswerterweise mit Schreibgerät aus) oder der Kollege Jörg Haberland mit seiner netten Frau Vera (schöne Grüsse von Jürgen!). Normalerweise bietet das Gloria vielleicht 700 Leuten Platz, wenn nicht bestuhlt ist. Heute ist bestuhlt und es sind geschätzt 400, die für Wolf Maahn gekommen sind. Wolf Maahn solo und unplugged um genau zu sein. Fünf Akkustikgitarren und ein Barhocker auf der Bühne lassen dann auch auf einiges hoffen. Dass ich Wolf Maahn zum ersten und bisher einzigen Mal live gesehen habe, ist schon eine halbe Ewigkeit her. Das war 1985 in Bochum auf einem dieser dazumal populären Deutschrock-Festivals. Zusammen mit Grönemeyer und Westernhagen (der damals noch Marius Müller hieß...). Während der eine mittlerweile in London lebt, ist der andere im sinnfreien Snobismus versackt. Wolf Maahn ist auch nach 20 Jahren immer noch Wolf Maahn. Und das ist gut und schön so, wie der heutige Abend zeigen soll! Um kurz nach Acht schlendert er endlich relaxt und ganz in Schwarz gewandet auf die Bühne, grüsst kurz und legt mit „Treibsand“ los. Es folgt „Wenn der Regen kommt“. Der Sound stimmt, das sparsam (aber wirkungsvoll) eingesetzte Licht und dezente Nebelschwaden aus der Maschine erzeugen eine intime Atmosphäre. Wolf Maahn genießt die ungeteilte Aufmerksamkeit sichtlich und wird langsam redselig. Über das von den Kölnern natürlich abgefeierte „Hallo Sehnsucht“ (heute zum ersten Mal im Tourprogramm) und „Karussell“ (mit Mundharmonika) geht es weiter zu „Durch alle Zeiten“. Maahn erzählt, wie er früher im Schulunterricht vor Langeweile immer auf dem Tisch getrommelt hat, bis ihn die ganze Klasse anstarrte. Die Rolle nehmen heute seine Fans ein, die den Rhythmus klatschend aufnehmen. Wolf Maahn stimmt derweil seine Gitarre. Überhaupt kommt er rüber wie jemand, der gerade sein erstes Konzert spielt, so zappelig und kaugummikauend er da sitzt. Auch das Schweißtuch kommt nun vermehrt zum Einsatz. Nach „Wenn du jetzt gehst“ (aka „Der Maahn hat den Blues“) und „Selbstrespekt“ erinnert Maahn rein frisurentechnisch dann auch ein wenig an Jango Edwards. Vor „Total verliebt in dich“ (geil!) berichtet Jango Maahn, äh... Wolf Edwards dazu passend von den verrückten Sachen, die man auf einer Tour so erlebt. Zum Beispiel Windhosen über Bergisch-Gladbach. Er geht auf die Knie und huldigt mit ausgebreiteten Armen dem Rock`n Roll. Auf „Vorstadtmädchen“ folgt mit „Fieber“ dann auch ein standesgemäßer Rocker. Und die nächste Geschichte. Darin geht es um eine Küchenrolle von Zewa. Maahn hat letztlich in seiner Küche eine davon mit dem Logo von Bob Marley entdeckt („Ich wische meinen Kaffee mit Bob Marley weg.“). Vor lauter Empörung verschluckt er sich an seinem Kaugummi und lässt zum Beweis das gute Tuch im Saal verteilen. Danach wieder Musik, aber nur kurz. Mit „Direkt ins Blut“ (vom Publikum gesungen) verabschiedet er sich unter tosendem Beifall in die Pause. 15 Minuten später lässt er die musikalischen Funken weiter sprühen: „“Rosen im Asphalt“, „Irgendwo in Deutschland“, „Ich wart auf dich“ (mit einem der genialsten Texte überhaupt). Bei „Kathedralen von Zahlen“ (vom aktuellen „Zauberstrassen“-Album) zeigt Wolf Maahn, was man mit einer Gitarre klanglich so alles anstellen kann. Die Leute sind jetzt zu Recht aus dem Häuschen. Dann „Seltsamer Tag“ und „Deine Küsse“. Den Griff in die Kiste mit den Coverversionen kann sich aber auch ein Wolf Maahn nicht verkneifen, zeigt mit „Help“ von den Beatles aber einen treffsicheren Geschmack. Aus „Blinder Passagier“ wird zwischendurch sogar „Knockin` on heavens door“ (nein, liebe Kinder, das ist nicht von Guns`n`Roses), bevor es in die nächste Pause geht. Wir werden alle nicht jünger... Stürmisch gefordert von „Direkt ins Blut“-Sprechchören lässt sich Maahn nicht lange bitten und gibt „Der Abend geht vorbei“ zum Besten. Leider ist dem wohl so. Mit „Kleine Helden“ bekomme ich aber zumindest noch meinen ganz persönlichen Erinnerung-tut-manchmal-weh-Song ab. Früher, wenn mir auf dem Schulhof mal wieder meine Panini-Sammelbilder abgezogen worden waren, hatte ich immer genau dieses Lied im Ohr. Wenn ich alleine gewesen wäre, hätte ich trotzdem geweint... Dazu besteht heute allerdings kein Grund. Im Gegenteil! Das Gloria ist restlos begeistert. Und? Er kommt nochmal! Nochmaahn! Mit „Zauberblick“ und dem Hammer „Freie Welt“ ist dann aber endgültig Schluss. Nach zwei Stunden und 23 Songs wird Wolf Maahn mit stehenden Ovationen verabschiedet! Das wohlgemerkt bei einem Kartenpreis von regulär 18,50 €! Fällt euch was auf? Dafür gab es ein sehr schönes Konzert mit einem symphatisch-authentischen Wolf Maahn. Vollbedienung nennt man sowas und nicht halbherzige Massenabfertigung vermeintlich erstklassiger Rockgrössen. Ich für meinen Teil werde jetzt jedenfalls noch eine Zigarette rauchen, um dann müde und zufrieden... ihr wisst schon!

12.06.2007
popfrontal:

Gesehen! Hölderlin / 12.06.2007, Köln, Stadtgarten Auferstehung einer Legende Text: Carlo G. Reßler Live-Fotos: Norbert Schmidt Zum Vergrößern der Fotos bitte auf die Bilder klicken! Das alte Sprichwort von den Totgesagten, die länger leben, trifft auf Hölderlin voll zu. Die Band hatte sich eigentlich längst aufgelöst. Mehr als 25 Jahre liegen mittlerweile zwischen dem letzten Studioalbum "Fata Morgana" und dem neuen Genusswerk "8", welches die Band nun im Kölner Stadtgarten live präsentierte. Den Anstoß zur überaus gelungenen Reunion gab vor zwei Jahren die Anfrage des WDR Krautrockpalastes, in dessen Rahmen die Band dann ein vielbejubeltes Konzert spielte. Von der legendären Wuppertaler Artrock-Band der 70er Jahre ist jedoch lediglich die Rhythmussektion in Person von Bassist Hans Bäär und Schlagzeuger Michael Bruchmann übrig geblieben. In der aktuellen Besetzung mit Sängerin und Violinistin Ann-Yi Eötvös, Gitarrist Dirk Schilling und Keyboarder Andreas Hirschmann haben sich Hölderlin heute verjüngt. Den melodiösen Konzertabend im gut besuchten Stadtgarten eröffnet Rainmaker, das neueste Percussion-Jam-Projekt des rastlosen Kölner Musikunikums Stefan Krachten (u.a. Unknown Cases) mit Conny Chillin am Vibraphon. Krachtens Motto ("Wir loopen irgendwas und spielen intuitiv dazu") kommt bei den Gästen bestens an. Der Hölderlin-Gig beginnt mit einer Überraschung: die Band muss ohne ihren Gitarristen Dirk Schilling auskommen, der die Gruppe ein paar Tage vor dem Kölner Auftritt aus privaten Gründen verlassen hat. So muss Hans Bäär neben seinem Bass auch alle anderen Gitarrenparts spielen, was er an diesem Abend hervorragend meistert. Bei ihrem visuell sehr eindrucksvoll untermalten Gig, u.a. mit projizierten Filmsequenzen, wird deutlich, dass die Band verblüffend aktuell klingt. Wie schon auf ihrem jüngst wiederveröffentlichten Kultklassiker "Traumstadt" von 1978 bauen Hölderlin die Stücke live einfühlsam und sanft dahingleitend auf. Stilvoll nutzen sie bei vielen Songs den vollen Dynamik-Spielraum aus: vom leisen Seufzen der Violine, untermalt von der glasklaren Stimme von Sängerin Ann-Yi, über perlende Keyboardläufe bis zum gemeinsamen Spielrausch aller Musiker. Das großartige "Come To Me" vom neuen "8"-Album ist ein solches Stück, ebenso wie die zuerst sehr soft dahintreibende "Schwebebahn" vom zweiten Album. Es entfaltet sich ein einfühlsamer Mix aus zarter Zurückhaltung und furiosen Soundeskapaden. Auch mit Ausflügen in frühe "Rare Birds"-Zeiten zelebrieren die Musiker erhabene Melodiebögen und präsentieren die hohe Schule des Symphonic Rocks. Neben der für Hölderlins Musik prägnanten Violine, die den Sound manchmal ein wenig nach Werken von Jean-Luc Ponty erklingen lässt, setzt in der aktuellen Besetzung besonders die warme Stimme von Sängerin Ann-Yi Eötvös (diesmal im kontrastvollen roten Kleid) nachhaltig Akzente. Verspielte Loopings und fantasievolle Keyboard-Effekte vom hellwachen Andreas Hirschmann werden von druckvollen Drum-Parts und schaurig schönen Gitarrenriffs untermalt. Ein echtes Sahnehäuptchen ist auch die einfühlsame Rockballade "You", in der Ann-Yis Stimme geradezu in himmlische Sphären abhebt. Das Stück "Rivers" - gerade erst live geprobt und als letzte Zugabe von Ann-Yi und Hans Bäär an der Akustkgitarre präsentiert - rundet den überzeugenden Auftritt optimal ab. Fazit: Hölderlin 2007 ist eine wunderbar gelungene Symbiose aus alten und neuen Songs, voller Dynamik und Spielwitz.

08.09.2007
jazz pages:

Nighthawks, Klein-Winternheim, Jazz in der Garage, 8. September 2007 Rotlicht verbirgt die kahlen Wände der Autowerkstatt, grelle Lichtfinger aus kleinen Scheinwerfern stechen ins zigarettenrauchgeschwängerte Dunkel. Auf der Bühne schälen sich aus dem Soundteppich des Rhodes-Pianos ein paar verschmierte Gitarrenakkorde und die ostinate Bass-Figur vor dem Beat des Schlagzeugs. Aus der verhaltenen Einleitung von „Secret Loveliness“ entwickelt sich ein groovender Bandsound mit dynamischen Steigerungen, drängender Intensität und weitem Spannungsbogen, der in ein Orgel-Finale auf der Hammond mündet. Und über allem schwebt der hohe, energische und zugleich warme Ton der gestopften Trompete. Die „Nighthawks“ kamen auf Einladung der Kulturinitiative Klein-Winternheim und nehmen beim „Jazz in der Garage“ des Kfz-Betriebes Kilicaslan das Publikum vom ersten Akkord an gefangen. Die Kultband des Nu- oder Lounge-Jazz, der Dancefloor-Music - oder wie man es sonst nennen will – um den Bassisten Dal Martino und den Trompeter Reiner Winterschladen, den Schlagzeuger Thomas Alkier, den Organisten und Conga-Spieler Jürgen Dahmen, den Gitarristen Markus Wienstroer und den Keyboarder Oliver Jäger sind zum zweiten Mal in der Rheinhessen-Gemeinde und können sich auf ihre treue Fan-Gemeinde verlassen. „Nighthawks“ sind – wie auf dem namengebenden Gemälde von Edward Hopper zu sehen ist, Menschen, die die Nacht zum Tag machen. Kein Wunder also, dass die Zuhörer selbst kurz vor Mitternacht die Musiker noch immer frenetisch feiern. Vorangegangen ist ein fast dreistündiges Konzert mit hart groovender und zugleich melodiöser Mixtur aus Jazz und Rock, Punk und Funk, House sowie Drum&Bass, Techno und Disco, aus vorgefertigten Samples und Live-Improvisationen. Mit Klangspielereien gefüllt ist die Ballade „Back, where I belong“ aus der Feder des polnischen Pianisten Vladimir Sendecki, mit einem getragenen Trompeten-Solo. Stechend und gleißend klingt das Instrument dagegen in dem schnellen „Casino“. Lyrisch wiederum bläst Winterschladen das weich klingende Flügelhorn in „Jetlag“ vor einem verzweigten, fast filigranen Gitarrenausflug Wienstroers - mal ergibt er sich High-Speed-Läufen, mal zupft er psychedelisch wie bei Pink-Floyd, dann wieder jazzig-perlend. Das pulsierende „Motorcycle“ ist eines der Paradestücke der „Nighthawks“ mit einer ausgedehnten Passage ohne Bläser, virtuosen, glänzenden Gitarrenglissandi, motorisch die Rhythmusgruppe mit stupendem Beat und einem Finale mit schneidendem Trompetenton. „Norways“ wird neu aufgelegt mit Trompetenlinien bis in die High-Notes, bevor das Stück flirrend ausklingt, schwellende Orgelsounds bestimmen die „Hard nights day“. Alkier erhält an diesem Abend Gelegenheit zu einem Percussions-Battle mit Dahmens Congas und einem ausgiebigen variationenreichen, melodiösen Schlagzeugsolo mit durchlaufendem Metrum. Dal Martino schließlich versucht sich im Sprechgesang á la Tom Waits oder Leonard Cohen. Drei Stunden lang halten die „Nighthawks“ die Zuhörer in ständiger Bewegung. Zum Tanzen reicht der Platz nicht, so dicht gedrängt stehen die Fans in der Halle, doch sie wippen und winden und biegen sich im Puls der Musik. „Da muss man einfach mitmachen“, sagt eine nicht mehr ganz junge Frau und spricht wohl allen aus dem Herzen Text & Photographie Klaus Muempfer, September 2007

14.09.08
landesmusikrat nrw: the chelsea girls

The Chelsea Girls Im Kölner Radstadion boten KölnMusik, Kino Gesellschaft Köln und Landesmusikrat NRW am 13. September den erfolgreichsten aller Undergroundfilme mit Live Musik: Andy Warhols „The Chelsea Girls“ zeigt 1966 das Bohemian-Leben von Warhols „Superstars“ in dem bekannten New Yorker Hotel. Jedes Zimmer birgt eine kleine Welt an Weisheiten und Philosophien von Warhols Protagonisten, die nicht immer bei nüchternem Verstand zu sein scheinen. Mitten in den „Superstars“ die Kölner Kultsängerin Nico, anfangs in schwarz-weiß, zum Schluss in Farbe. Jede Filmrolle enthält eine halbstündige Szene, zwölf Rollen sind es ingesamt, die im Duoscreen zeitlich versetzt aber parallel gezeigt werden. Insgesamt dauert eine Vorführung dreieinhalb Stunden – eine echte Herausforderung für eine Band. Dieser stellten sich Trance Groove, eine Rockband um den Schlagzeuger Stefan Krachten und den Keyboarder Helmut Zerlett, und junge Rockmusiker, die von Krachten und Zerlett in die Welt der musikalischen Popart und in den ambient-verhafteten Rock von Trance Groove eingeführt worden waren. Es waren beeindruckende rhythmisierte Klangschwaden, die das Müngersdorfer Radstadion einhüllten. Die Band verwandelte Warhols surreale Bildregie in einen bezwingenden audiovisuellen Rausch, der das Publikum den wenig sommerlichen Temperaturen zu entheben schien. Und zur letzten Szene mit Nico variierten die Musiker hingebungsvoll "My funny Valentine". Für die 14-jährige Schlagzeugerin Marina Göde war es der erste große öffentliche Auftritt. Beim Soundcheck wirkte sie noch sehr zurückhaltend, doch im Konzert konnte man die charakteristische Farbe ihrer Trommeln und ihres Tambourins über weite Strecken ekstatisch hören. Die Band wechselte die Besetzung von Szene zu Szene, für das Publikum bedeutete das ein gliederndes Durchwechseln der Klangfarben, für die Musiker die Gelegenheit, sich im Dunkel des Stadion unauffällig zur Verpflegungsstation zu begeben. Den Vormittag des 13. Septembers über hatten die Veranstalter missmutig in den Dauerregen geschielt, doch nachmittags kam die Sonne heraus und zu Beginn der Vorstellung konnte Joachim Kühn von der Kinogesellschaft Köln fast 300 Filmmusik-Live-Interessierte im Stadionblock begrüßen. Trotz des Ausschanks von heißem Tee und Kaffee forderten die Temperaturen ihren Tribut: Bis zum Vorstellungsende nachts um viertel vor eins lichtete sich so manche Reihe, doch die Verbliebenen spendeten enthusiastischen Applaus, gerade auch den jungen Nachwuchs-Rockern. Fotos: The Chelsea Girls Stefan Krachten, dahinter Helmut Zerlett, beim Aufbau im Radstadion Schlagzeugerin Marina Göde mit Vater im Radstadion Tontechniker Arnulf Muhl mischte Live-Musik und Filmton Fotos: Landesmusikrat NRW --------------------------------------------------------------------------------

28.11.2009
mainzer allgemeine zeitung: die symbolkraft des lichtes

Von Benjamin Hilger KIRCHE St. Josef in Seibersbach erstrahlte in einem Feuerwerk von Farben "Licht hat für uns Christinnen und Christen eine ganz tiefe Symbolkraft". Mit diesen Worten eröffnete Pfarrer Alfons Schmitz den zweiten Teil der Reihe "Kirche im Licht". Hierzu luden die Initiatoren der katholischen Pfarrgemeinde Stromberg in die Filialkirche St. Josef nach Seibersbach ein. Viele Interessierte waren gekommen, dieses Erlebnis der besonderen Art zu erfahren. Lichter aus den Quellen modernster Technik ließen die Kirche in Seibersbach erstrahlen. Dies zu ermöglichen, erforderte einen ganzen Tag Arbeit, die das Stromberger Unternehmen Muhl Audio, wie bereits beim ersten Auftritt von "Kirche im Licht" Anfang dieses Jahres in Stromberg, gerne auf sich nahm. Scheinbar zahllose Leuchten, meterweise Kabel und große Bedienpulte wurden im Gotteshaus installiert. "Andere gehen gerne kegeln, wir beleuchten gerne Kirchen", freute sich der Chef des Unternehmens, Arnulf Muhl, schon vor dem Startschuss, wenn dieser auch etwas nach hinten geschoben wurde. Wegen des großen Zuspruchs waren rund um die Kirche keine Parkplätze mehr zu finden, so dass sich die Initiatoren entschlossen, etwas später zu beginnen. Auch Texte und musikalische Einlagen spielten eine große Rolle im Ablauf des Abends. Durch die Lektorinnen Heike Becker und Marianne Herrmann sowie Lektor Dieter Kronenberger wurden unter anderem die Geschichte des von 1892 bis 1894 errichteten Baus und die Lebensläufe von vier der Heiligenfiguren nahegebracht. Thematisierte Objekte wurden jeweils angestrahlt, so dass jeder wusste, was gemeint war. Zwischen den Texten spielte Stefan Adams an der Orgel schöne, meditative Lieder. Mit Blick auf den wunderbar ausgeleuchteten Altarraum gelang es wohl fast allen Gästen, sich vom Alltag zu lösen und die stimmungsvollen Situationen zu genießen. Zum Finale wurde in einem wahren Feuerwerk von Farben, begleitet von ruhigen Klängen, die Kirche in ein nie dagewesenes Lichtermeer getaucht. "Kirche im Licht hat geholfen, die Kirche ganz neu wahrzunehmen", sagte der Pfarrer. Verdientermaßen viel Applaus wurde den Initiatoren der Pfarrgemeinde, vor allem aber dem Team von Muhl Audio zu Teil. Die Lichttechniker hatten ganze Arbeit geleistet. Auch im kommenden Jahr sind weitere Veranstaltungen der Reihe "Kirche im Licht" angedacht. Dann in den beiden anderen Filialkirchen der Pfarrgemeinde, Daxweiler und Dörrebach.


mainzer allgemeine zeitung:

Zauber von Stille und Licht 29.11.2010 - DÖRREBACH Von Benjamin Hilger KIRCHE „Maria Himmelfahrt“ erstrahlt in ungewohnten Farben Einen Augenblick der Stille und der Besinnlichkeit stiften und die schönen Momente besonderer Illumination genießen. Mit diesem Ziel öffnete die Pfarreiengemeinschaft Stromberg in der katholischen Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ in Dörrebach die Türen zum dritten Teil der Reihe „Kirche im Licht“. Zahlreiche Menschen füllten auch diesmal sämtliche Kirchenbänke. Da das Gotteshaus deutlich kleiner ist als die bisherigen Veranstaltungskirchen in Stromberg und Seibersbach, entschloss man sich schon frühzeitig dazu, Karten für einen symbolischen Euro zu verkaufen, um am Ende niemanden vor der Türe stehen lassen zu müssen. Gelohnt hat sich der Weg für die Besucher in jedem Fall wieder, denn „Lichter, aus den Quellen modernster Technik lassen heute Abend unsere Kirche hier in Dörrebach erstrahlen“, freute sich Pastor Alfons Schmitz zu Beginn des Abends. Die Firma Muhl Audio aus Stromberg, die bereits die ersten beiden Kirchen mit modernster Lichttechnik ausstattete und auf ganz besondere Weise erstrahlen ließ, sorgte auch bei der dritten Auflage für großartige und so nie gesehene Effekte in der Dörrebacher Pfarrkirche. „Und das alles ehrenamtlich“, sagte Stefan Adams, Hauptorganisator der Pfarrgemeinde. Ein ganzer Tag Arbeit für Lichtspektakel Mit drei seiner Mitarbeiter stemmte Firmenchef Arnulf Muhl die erneute Herausforderung, ein Gotteshaus im Licht erstrahlen zu lassen. Ein ganzer Tag der Arbeit steckte im vollendeten und überaus gelobten Lichterspektakel. Ausleuchtungen der Statuen, des Altarraums und der Fenster ließen die Besucher den Alltag vergessen und sich an der tollen Situation erfreuen. Die musikalische Begleitung des Workshops „Neues geistliches Lied“ unter Leitung von Stefan Adams, dem Dekanatskantor Klaus Evers aus Bad Kreuznach an der Orgel und Querflötensolistin Judith Biegner untermalten das Lichtermeer zudem mit schönen Klängen. Zwischen den musikalischen Passagen verlasen Pfarrer Alfons Schmitz und die Lektoren Annette Trein, Karma Schäfer und Dieter Fenten Informationen zur Geschichte des Dörrebacher Gotteshauses und meditative Texte. Gemeinsame Gebete vervollständigten den dritten Teil von „Kirche im Licht“. Nach der Veranstaltung organisierte der Kindergarten- und Jugendförderverein einen Glühwein- und Gebäckverkauf. Die gesammelten Spenden und die Erlöse der Kartenverkäufe werden zu Gunsten der kirchlichen Arbeit vor Ort verwandt.


mainzer allgemeine zeitung:

Ein wenig Licht weiter gegeben 20.11.2010 - STROMBERG INSTALLATION Am Buß- und Bettag erstrahlt evangelische Kirche (jä). „Um mich zu heilen genügt es, wenn du meinen Geist erleuchtest“ schrieb Antoine de Saint-Exupéry in dem „Gebet der Einsamkeit“. Auf ganz besondere Weise beleuchtet wurde die evangelische Kirche bei der Veranstaltung „Licht im November“, zu der die Kirchengemeinde am Buß- und Bettag eingeladen hatte. Ermöglicht hatte den Abend Arnulf Muhl aus Stromberg, der die Lichtinstallation zum Geschenk gemacht hatte. So konnte man auf ein Eintrittsgeld verzichten, stattdessen wurden die Besucher um eine Spende für den Tagesaufenthalt „Reling“ für Obdachlose in Bad Kreuznach gebeten, „um ein wenig Licht weiterzureichen“, so Pfarrer Joachim Deserno. Vorbereitet hatten den Abend Beate Kunz, Elke Stöve-Hahn und Marie-Christin Kunz, auf deren Vorschlag hin ein Ablauf mit ausgewählten Texten von Saint-Exupéry in Abstimmung mit der Licht- und Farbeninszenierung ausgearbeitet wurden. Abgerundet wurde die Installation durch die von Arnulf Muhl ausgewählte Musik. Dass Licht ein ganz besonderer Stoff ist, wird augenfällig, etwa wenn man versucht, sich einen Begriff von Lichtgeschwindigkeit zu machen. Eine nahezu präzise Dramaturgie ergab sich aus den Installationen mit Licht und Farbe an den Wänden der Saalkirche und dem Mobiliar des Altarraumes mit den Texten des französischen Dichters, der über die Verlorenheit des Individuums, aber auch über die Geborgenheit im Glauben reflektierte. Martina Sachs-Bockelmann setzte zu einigen Licht- und Klangkompositionen zudem tänzerische Akzente.

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